Fahrt Nevada - Kalifornien 2012 - Dia-Faszination-Natur-USA

Sonnenuntergang im Joshua Tree Nationalpark
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Von Ely, Nevada nach Kalifornien - Schnurgerader Highway und No Services

Am 7. Juni 2012 treten wir nach fast fünf Wochen von Ely, Nevada aus die 6-stündige Rückfahrt nach Kalifornien an.
Die nächsten 173 Meilen (277 km) kommt keine Tankstelle mehr - und auch kein Ort mit irgendwelchen anderen Services.
Die wenigen Ortschaften, durch die wir fahren, sehen nicht sehr einladend aus.
Café und Restaurants sind aufgegeben. Kein Wunder - hier fährt fast keiner.
Ein ähnliches Schicksal hat übrigens die legendäre Route 66 ereilt, nachdem der Interstate in Betrieb gegangen ist.
Florierende Orte wie Flagstaff, Williams oder Seligman sind hier eher die Ausnahme.

Öde Gegenden, wenig Verkehr und Tiere auf der Straße

Um 9:15 Uhr überqueren zwei Hirsche seelenruhig die Straße und bremsen prompt zwei Fahrzeuge aus.
Denn genau in diesem Moment kommt auf der anderen Seite ein Fahrzeug.
Gleich zwei Autos auf einmal aufzuhalten ist auf dieser Strecke echt eine Leistung ...
Anschließend fahren wir Stunden lang durch relativ öde Gegenden.
Die Straße verläuft schnurgerade – wie mit dem Lineal durch das Land gezogen.
Ohne die ständigen Steigungen und Gefälle hätten wir heute wohl beide Probleme, wach zu bleiben.
Am Morgen waren sämtliche Kannen mit regular Coffee leer und kein Nachschub in Sicht.
Also haben wir uns kurzerhand für koffeinfreien entschieden.
Vielleicht hätten wir doch lieber warten sollen, bis es wieder normalen Kaffee gegeben hätte.
Ab und zu kommt uns ein Truck entgegen. PKWs oder Wohnmobile sehen wir nicht.

No Services

Wir passieren wieder einige kleine Ortschaften – alle mit No Services.
Eine Pumpe fördert vermutlich Wasser – anderswo wird auf diese Art Öl gefördert.
Dann sehen wir ein Schild – Next Gas 96 Meilen (Nächste Tankstelle 154 km).
Kein Problem – unser Tank ist voll.

Die Landschaft wird interessanter

Auf halber Strecke nach Tonopah – dem nächsten größeren Ort – wird die Landschaft deutlich interessanter -
etwas hügliger und vor allem sehr bunt.
Dann säumen kleine Lavafelder und Vulkankegel auf beiden Seiten die Straße.
Der Lunar Crater ist auch in der Straßenkarte eingezeichnet, aber wir haben heute keine Lust mehr zu Besichtigungen.
Irgendwann fahren sogar drei Autos vor uns.
In Warm Springs gibt es wieder eine Café-Bar, die natürlich aufgegeben ist.
Damit es auch wirklich jeder kapiert, steht auf einem Schild "Keep Out".
Eigentlich hätten wir das fotografieren sollen.
Aber wir haben noch einen langen Weg vor uns und die fehlende morgendliche Koffeindosis macht sich auch bemerkbar.
Kurz vor Tonopah weist ein Schild auf ein Raketen-Testgebiet hin.
Hier stört das keinen. Hier lebt ja keiner und da will auch keiner hin.
Tonopah macht beim Reinfahren einen extrem tristen Eindruck.
An der Hauptstraße sieht es dann aber ganz nett aus mit einem kleinen Altstadtkern und billigen Motels.
Wahrscheinlich bleibt hier aber trotzdem keiner freiwillig über Nacht - sondern nur, wenn man nicht mehr weiter kommt.

Straight ahead in 90 Meilen ...

An der Straße kündigt ein Schild an „McDonald’s – Straight ahead in Hawthorne."
Ich finde den Ort erst nicht in Straßenkarte.
Kein Wunder - Hawthorne liegt ca. 90 Meilen (144 km) nordöstlich von Tonopah.
Hier hat man scheinbar etwas andere Vorstellungen von Entfernungen.
Unter "straight ahead" stelle ich mir vor, dass wir da maximal in einer Viertelstunde da sind und nicht 90 Meilen
fahren müssen. Aber wie gesagt – das ist eine sehr einsame Gegend hier.
Um 11:35 Uhr kommen wir an der einzigen Rest Area weit und breit an.
Eigentlich ist es noch zu früh für die Mittagspause.
Aber es kommt ewig kein Rastplatz mehr und der "nahe gelegene" McDonald’s in Hawthorn liegt nicht auf unserer Route.
Also halten wir an und genießen unser letztes Picknick in diesem Urlaub.

Die bunten Felsen bei Coaldale Junction erinnern uns stark an das Death Valley – incl. großen Salzflächen,
die man hier immer wieder findet. Im Sommer wäre diese Fahrt also vielleicht sogar eine Alternative,
wenn sich das Tal des Todes in einen unerträglichen Glutofen verwandelt.
Im Hintergrund sind einige höhere Gipfel mit Schneeresten zu sehen.

Welcome to California

Um 12:50 Uhr passieren wir die Staatsgrenze zu Kalifornien.
Das Schild "Welcome to California" ist total zerschossen.
Bei der Agricultural Control werden wir nach Obst gefragt und ob wir gerade aus Colorado kommen –
vermutlich wegen unserem Nummernschild. Die beiden Äpfel aus Utah dürfen wir behalten.
Einen essen wir später, als wir an einer Baustelle warten müssen und sind dankbar darüber, dass wir ihn noch haben.
In Kalifornien nimmt der Verkehr schlagartig zu. Wir schätzen Faktor drei von vorher - da ist allerdings nicht viel dabei.
Er hält sich auf der kurvenreichen Straße aber noch in Grenzen.
Felsen neben dem Highway erinnern an den Joshua Tree Nationalpark.
Es ist wieder windig mit hörbaren stürmischen Böen und mehreren Minitornados.
Die sind leider zu weit weg zum Fotografieren und würden sich gegen die Wolken auch nicht abheben.

Bauen heißt Stauen

Gegen 13:15 Uhr hält uns eine Baustelle auf.
Road Construction - Expect up to 20 Minutes delay.
Hinter uns bildet sich ein kleiner Rückstau .
Ein Einheimischer vor uns fährt forsch vor.
Der muss dann aber vorne ran fahren und kriegt erst mal einen
Anpfiff vom Mann mit dem Stop-Schild.

Dafür fährt er am Ende vor einem Truck her und nicht dahinter. Einen kleinen Vorteil hat er also raus geholt.
Wir können bereits nach ca. 10 Minuten wieder starten, fahren aber sehr lange und sehr weit hinter dem
Pilot Car her. Diese Strecke ist wohl in die 20 Minuten Wartezeit mit eingerechnet.
Nach 20 Minuten stehen wir wieder.
Gegen 13:50 Uhr kommt endlich das Baustellen-Ende in Sicht - nach 35 Minuten.

Kalifornien wie aus dem Reiseführer

Immerhin fahren wir auf die Gipfel des Tioga Pass zu. Die schauen auch von dieser Seite gut aus.
Gegen 14 Uhr kommt der Mono Lake in Sicht. Wir fahren heute aber weiter zur Ghost Town Bodie.

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